Press Release [German]: PTScientists stellen auf der ILA 2016 ersten kommerziellen Lander vor

Berlin, 01.06.2016. Bereits zum dritten Mal ist der deutsche Google-Lunar-XPRIZE-Teilnehmer „Part-Time Scientists“ mit einem Stand auf der Internationalen Luft-und Raumfahrtausstellung vertreten. Im Mittelpunkt steht dieses Jahr „ALINA“: Das „Autonomous Landing and Navigation Module“ wird nicht nur der erste kommerzielle Lander auf dem Markt sein, sondern auch der erste, für den nur europäische Technologie und europäische Zulieferer zum Einsatz kommen. Die Ingenieure des Teams haben den Lander so konstruiert, dass er in verschiedene kostengünstige Trägerraketen „passt“, die derzeit buchbar sind. Bei der Durchführung einer Mission bedeutet das willkommene Flexibilität und Verhandlungsspielraum. Für ihre eigene „Mission-1“, deren Ziel die Erkundung der Apollo-17-Landestelle ist, wollen die Part-Time Scientists noch in diesem Jahr einen Vertrag mit einem Raumfahrtunternehmen unterschreiben.

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 Als Version „A1“ ist die leichtgewichtige ALINA zurzeit in Halle 4 am Stand 402 auf dem Schönefelder Messegelände zu besichtigen. Der Lander, der auch zum Orbiter umfunktioniert werden kann, transportiert eine Nutzlast von insgesamt 100 kg. „Ob das viel oder wenig ist, hängt davon ab, wie man es betrachtet“, erklärt Teamchef Robert Böhme. „Da es solche Landemodule momentan überhaupt nicht gibt, sind hundert Kilo schon ziemlich viel.“ Die Bedingungen, sich als privater Anbieter zu positionieren, sind für das Start-up also mehr als günstig. Aber zunächst einmal steht im Rahmen von Mission-1 eine weiche Landung im Taurus-Littrow-Tal auf dem Programm. Hier „parkt“ seit über 43 Jahren das Mondfahrzeug „Lunar Roving Vehicle“ – und niemand weiß, wie die extremen Bedingungen auf der Mondoberfläche sich etwa auf das Aluminium des Fahrzeuggestells oder das Nylon der Sicherheitsgurte ausgewirkt haben. Mission-1 soll unter anderem darüber Aufschluss geben.

Mit den beiden letzten Fahrern des Lunar Roving Vehicle, den ehemaligen NASA-Astronauten Eugene Cernan und Harrison Schmitt, hat Böhme sich dazu auch schon ausgetauscht: Zusammen mit Cernan haben die Part-Time Scientists auf der diesjährigen Autoshow in Detroit ihren in Kooperation mit Technologiepartner Audi entwickelten Mondrover „Audi lunar quattro“ vorgestellt. Schmitt hingegen betreut als sogenannter „Principal Investigator“ eines der wissenschaftlichen Experimente von Mission-1. Verschiedene Forschungseinrichtungen und Unternehmen haben sich einige der Einheiten gesichert, die an Bord von ALINA und den beiden Audi lunar quattro für Nutzlasten zur Verfügung stehen. Wer selbst noch ein Experiment, technisches Gerät oder Sonstiges auf die Mondoberfläche schicken möchte, kann sich bei den Part-Time Scientists – zum Beispiel bis zum 4. Juni auf der ILA – über entsprechende Möglichkeiten erkundigen.

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Rolf Erdmann, Robert Böhme, Eugene Cernan, Karsten Becker. © Audi USA

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